Wenig Fragen in der Wehrheimer Bürgerversammlung - Sommer: Die fetten Jahre sind vorbei - Richtfest in der "Mitte" im Februar oder Anfang März
(cju). Der erste Vertrag für die Wehrheimer Mitte ist nun im Rathaus unterschrieben worden. Dies gab Bürgermeister Gregor Sommer als neueste Nachricht in Sachen Mitte auf der jüngsten Bürgerversammlung bekannt. Der Unterzeichner möchte aber noch nicht genannt werden. Parlamentsvorsteher Frank Hammen hatte hierzu ins evangelische Gemeindehaus eingeladen.
Auf der Tagesordnung standen ein Rückblick Hammens auf die Arbeit der Gemeindevertretung sowie ein Ausblick des Bürgermeisters auf 2010 und Informationen zur Wehrheimer Mitte. Der Baufortschritt dort sei offensichtlich und er rechne damit, dass bei guter Witterung der Rohbau bis Ende des Jahres fertig sein werde, sodass die gerade vergebenen Zimmermannsarbeiten im Januar beginnen könnten. Das Richtfest könne entweder im Februar oder Anfang März gefeiert werden. Ein Lob zollte Sommer den Anwohnern, die den Baulärm mit stoischer Ruhe ertrügen. Er habe zwar immer wieder mal schlaflose Nächte wegen der Mitte, aber "wir kriegen es gestemmt."
Hammen hatte zwei dicke Aktenordner mitgebracht, um die Arbeit im Gemeindeparlament zu dokumentieren. Außerdem hatte er eine Diaschau über den Jahresbogen erstellen lassen, "damit Sie etwas zum Gucken haben." Verschiedene Glanzlichter, wie etwa das Apfelblütenfest oder der Erntedankmarkt, der Ostermarkt oder auch Wahltermine wurden dabei besonders berücksichtigt. Auch der Umstand, dass die Wehrheimer Freiwilligen Feuerwehren in diesem Jahr drei neue Fahrzeuge erhielten, wurde betont. "Die Ortsteilwehren arbeiten als Team zusammen", unterstrich der Parlamentschef, "jede ist auf eine bestimmte Dienstleistung spezialisiert und sie werden den Anforderungen entsprechend von der Leitstelle aus alarmiert." Sieben Sitzungen habe die Gemeindevertretung 2009 absolviert, eine letzte im Dezember stehe noch aus.
Bürgermeister Gregor Sommer musste seien Exkurs in die Zukunft des Apfeldorfs mit der aktuellen Krise beginnen, die auch vor Wehrheim nicht haltgemacht habe. Die nächsten Jahre, so der Verwaltungschef, würden schwierig für Wehrheim, weil man vieles, was bislang machbar gewesen sei, nunmehr aufzuschieben habe. "Die fetten Jahre sind vorbei", fasste er zusammen. Zum Glück für Wehrheim habe man aber in der Vergangenheit vieles bereits erfolgreich in die Wege geleitet. Als Beispiele nannte er Straßenreparaturen in Wehrheim und Pfaffenwiesbach, die Ausstattung und den Standard in den Kinderbetreuungseinrichtungen, den Bürgerhäusern und anderes mehr. Dank Konjunkturprogramm könne man auch die Sportanlage Oberloh auf Vordermann bringen, was nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern auch der Allgemeinheit zugute kommen solle.
Manches müsse überdacht und reduziert oder gar ganz gestrichen werden. So werde man das Ludwig-Bender-Bad nicht schließen, sondern moderat die Eintrittspreise erhöhen, das erste Mal, seit der Umstellung auf den Euro. Sommer will fürderhin den Tourismus weiterbringen, eine entsprechende Arbeitsgruppe sei bereits aktiv. Das alte Rathaus bleibe im Besitz der Kommune, und es werde den Vereinen zur Nutzung zur Verfügung stehen. In welcher Form, darüber müsse man noch Gespräche führen. 2009 seien nicht so viele Grundstücke verkauft worden wie eingeplant, der Trend gehe derzeit mehr in Richtung Stadtleben. Er sei jedoch zuversichtlich, dass sich dieser Trend wieder umkehren werde und Wehrheim dann punkten könne.
Fragen hatten die Zuhörer wenig: Peter Gwiasda (SPD) wollte wissen, warum man ein Angebot eines Solaranlagenbetreibers für eine Fotovoltaikanlage ausgeschlagen habe, worauf Sommer antwortete, dass das nicht ins Gesamtkonzept gepasst habe und die fraglichen Dächer nicht geeignet gewesen wären. Er könne sich aber auf anderen Gebäuden der Kommune weiterhin Solaranlagen vorstellen.